Anhängerbauplan

Fahrradanhänger-Bauanleitung
Fahrradanhänger-Bauanleitung

Der vollständigen Bauplan mit allen Details und Maßen steht jetzt zum Download bereit. (ca. 4,5 MByte)

Einleitung

Wir haben drei verschieden große Anhänger entworfen, die aber beide nach dem selben Prinzip gebaut werden. Der kleinere und mittlere ist nach unser Meinung für den "normalen" Einkauf ausreichend groß und vor allem handlicher, da er z. B. zwischen fast allen Absperrpollern hindurchpaßt. Den größeren Anhänger empfehlen wir nur Leuten, die häufig sperrige Lasten transportieren wollen. Der Rahmen besteht im wesentlichen aus einem in nur einer Ebene gebogenen Stahlrohr, wodurch sich der Arbeitsaufwand in Grenzen hält. Trotzdem benötigt der Bau eine gewisse Zeit, da genau gearbeitet werden muß und zum vollständigen Anhänger auch noch eine Kupplung gehört, die ebenfalls in Eigenarbeit entstehen kann.

Die erste Biegung

Als erstes wird das Hauptrohr des zukünftigen Anhängers gebogen. Zuerst wird praktischerweise die hintere linke Ecke gebogen. Dazu Maß x1 anzeichnen und das Rohr in die Biegemaschine einfädeln. Die Biegung soll erst nach der Markierung für x1 beginnen. Vor dem Biegen Gleitmittel auf das Rohr und den Gleitschuh auftragen. Den Hebel der Biegevorrichtung gleichmäßig und ohne Rucken bewegen, sonst kann diese Schaden nehmen.

Zur Kontrolle: Die Rohrschenkel müssen im Rechten Winkel zueinander stehen, ggf. richten. Maß a nachmessen. Maß a ist die Länge des Hängers mit der noch nicht gebogenen Deichsel. Abweichungen bis +/- 3 mm sind zulässig. Sie können z. B. durch schlechtes Schmieren hervorgerufen werden.

Bild 1: Das Rohr nach der ersten Biegung

Die zweite Biegung

Für die zweite Biegung Maß x2 antragen. Die Biegung darf erst wieder nach der Markierung beginnen. Damit beide Biegungen in einer Ebene verlaufen, muß das Rohr an der 1. Biegung ausgerichtet werden. Das klappt am besten mit einer zweiten Person. Nach dem Biegen Maß b kontrollieren, ob beide Biegungen in einer Ebene liegen. Weiterhin müssen beide Rohrschenkel parallel stehen und an beiden Biegungen Rechte Winkel sein.

Bild 2: Das Rohr nach der zweiten Biegung

Die dritte Biegung

Maß x3 antragen. Die Biegung muß wieder hinter die Markierung. Nach dem Biegen bietet sich folgendes Bild:

 

Bild 3: Der Anhänger nimmt nach der dritten Biegung langsam Form an Abschließend noch einmal alle Winkel überprüfen und ggf. richten.

Endstück absägen

Maß b aus Bild 3 möglichst genau ermitteln. Maß xb = b - 11 mm am Endstück antragen und eine Körnung mittig auf dem Rohr anbringen. Das Rohr mit Hilfe einer zweiten Person so weit auseinanderbiegen, daß es unter die Ständerbohrmaschine paßt. Bohrer zur Kühlung gut ölen. Das Bohrloch gut entgraten (Vorsicht: scharfe Kanten!).

Anschließend muß der Rahmen evtl. noch einmal gerichtet werden.

 

Außerdem wichtig ist nach unseren Erfahrungen eine Verstärkungsstrebe, mit der die Deichsel gegen Abknicken gesichert wird.

Die Mittelstreben

Vom verbleibenden Rest werden die Mittelstreben hergestellt. Zur Ermittlung der richtigen Länge sollte der Rahmen noch einmal genau vermessen werden. Maß c ist die rechte äußere Länge des Anhängers. Auf dem Rohrstück müssen die Körnungen für die Lochsäge genau c - 22 mm auseinander liegen. Nach dem Bohren der ersten Seite muß das Rohr so ausgerichtet werden, daß die zweite Bohrung mit der ersten fluchtet. Die Enden wieder gut entgraten. Die zweite Strebe wird entsprechend hergestellt (Länge wieder c - 22 mm).

Die Ausfallenden

Aus einem Stück Bandstahl viermal 50 mm absägen. Die vorgedruckten Ausfallenden auf dem Beiblatt ausschneiden und mit Uhu o. ä. auf die Stahlstücke kleben. Mit dem Körner alle Eckpunkte, den Mittelpunkt der Bohrung für die Schlitze sowie einige Punkte auf den Geraden ankörnen. Mit der Eisensäge die äußeren Konturen sägen. Nun die Bohrungen anbringen, danach die Schlitze aufsägen und nachfeilen. Anschließend die Teile entgraten: fertig.

Kupplung

Die Selbstbau-Kupplung besteht aus einem Kugelkopfgelenk, einem Sattelschnellspanner, einem Stück L-Winkel, einem Distanzröhrchen und einer Sicherungsplatte, die verhindert, daß sich die Kupplung während der Benutzung löst.

Als erstes wird der L-Winkel abgelängt, gebohrt und entgratet. Das Distanzröhrchen muß genau abgelängt werden, sonst schleift die Sicherungsplatte später auf der Kupplung oder sie kann ihreFunktion nicht ausüben, weil das Röhrchen zu lang ist. Vom Kugelkopfgelenk wird der Sicherungssplint entfernt. Das Anschlußstück mit Gewindebolzen wird auf den L-Winkel geschraubt. Die Sicherungsplatte zurechtsägen, entgraten und bohren. Die Platte auf das Röhrchen schieben. Den Schnellspanner durch das Röhrchen stecken und mit einer selbstsichernden Mutter auf dem L-Winkel befestigen.